Über Filou und sein zu kurzes Leben

Filou erblickte am 05.08.2015 das Licht dieser Welt. Er wuchs die ersten 11 Monate im Zuhause seiner Mama auf und war von Beginn an ein besonderer Hund. 
Als am 26.06.2016 sein Bruder Dusty von einem Tierhasser überfahren wurde und verstarb, kam er zum Herrchen seines Bruders, um diesem Trost zu spenden und sein Leben zu verbringen.
Sein Herrchen, selbständiger Handwerker, zeigte ihm sofort, dass Filou es gut haben wird und niemals alleine bleiben muss, selbstverständlich nahm sein neues Herrchen ihn zu jedem Kunden mit und auch sonst im Alltag durfte er überall mit dabei sein.
Sehr schnell machte er es sich zu seiner Aufgabe, auf Herrchens Werkzeug und das Auto aufzupassen. Wenn sein Herrchen seine Jacke oder Pullover auszog, war es sein größtes Bedürfnis, sich dort nieder zu lassen und diese zu bewachen.
Nicht lange, und Filou hatte verstanden, dass sein Herrchen alles versucht, seinen Bedürfnissen möglichst gerecht zu werden, sei es, ihn so lange schnüffeln zu lassen, wie und solange er möchte, oder regelmäßige Kuschelrunden oder Gassipausen beim Kunden.
Da Filou auch das Recht bekam, ohne Leine laufen zu dürfen, bekam er einen GPS-Tracker, damit sein Herrchen, wenn Filou in seinem Elan doch mal zu weit weg ging, ihn auch schnell wieder finden konnte.
Ab 2019 wurde das Leben für Filou und sein Herrchen noch ein Stück schöner. Die beiden zogen in ein Haus mit Garten, wo Filous Herrchen das Grundstück einzäunte und "HACH, WAS WAR DAS DOCH SCHÖN!", Filou konnte, wenn es warm genug war, zu jeder Zeit frei entscheiden, ob er im Haus sein will, oder doch lieber draussen im Garten. Was für ein Leben, selbst nachts waren die Türen geöffnet, Filou konnte entscheiden, ob er im Garten schlief oder mit Herrchen im Haus.
Dies danke Filou seinem Herrchen, dass er immer mehr darauf achtete, was sein Herrchen von ihm wollte, er lief selbst bei Hundekontakten grundsätzlich frei, denn wenn Herrchen sagte, nein, dann war das für ihn okay.

Als Filou die Gassizonen verinnerlicht hatte, und auch gezeigt hatte, dass er jedem gegenüber freundlich ist, erlaubte sein Herrchen ihm, unter dauerhafter Beobachtung mit dem GPS-Tracker, seine Gassirunden auch mal alleine zu gehen. Denn was für ein Glück, wir wohnten ländlich, und die Gassizonen, waren Feldwege und einmal ums Karre der 30er Zone.
Lief Filou doch mal zu weit, kam Herrchen sofort mit dem Auto hinterhergefahren und sammelte Filou ein. Schnell lernte Filou auch, auf den Verkehr zu achten. Doof war es nur, wenn die "Mädels" anfingen, so toll zu riechen, denn dann musste Filou bei Herrchen und im Garten bleiben und durfte nicht alleine Gassi gehen.
Im Juni 2020 roch morgens aber eine Hündin so gut, dass Filou morgens aus dem Auto ausbüxte, als Herrchen dieses belud und auf eine Bundesstraße lief. Er merkte zwar, dass das falsch ist und drehte um, doch zu spät, ein Auto erwischte ihn an der rechten Hüfte.

Bereits hier war schnelles und richtiges Handeln wichtig. Also lud Herrchen Filou sofort in den Kofferraum und gab Herrchen nur die Kontaktdaten an den Autofahrer weiter, um dann SOFORT, ´mit der höchsten Eile zum Tierarzt zu fahren, welchen Filou´s Herrchen während der Fahrt aus dem bett klingelte.
Nur durch dieses schnelle Handeln konnte Filou schnell untersucht undin Narkose gelegt werden, damit er die Fahrt zur Tierklinik auch überlebt. Dort wurde er umgehend operiert und der rechte Hüftgelenkskopf entfernt. Am rechten Pfotengelenk hatte er eine kleinere Wunde, das Gelenk war auch in Mitleidenschaft gezogen.
Filou zeigte seinem Herrchen, dass er dem Spruch "Ein harter Hund" zu sein, die richtige Bedeutung gibt, denn schon am ersten Tag nach der OP stand Filou auf, um seine Gassirunde einzufordern. Die sollte er (wenn auch deutlich kleiner) bekommen. 
Da beide rechten Beine schmerzten, lief Filou nur auf den linken Beinen, nur zum pinkeln hockte er sich auf alle Viere, dann gings auf 2 Pfoten weiter.
Natürlich dürfte Filou weiter mit auf die Arbeit und begleitete Herrchen weiterhin überall hin wo es ging, Herrchen versorgte dann auf Arbeit oder unterwegs die Verletzungen, wenn es nötig war und Filou ruhte sich dann auf Herrchens Jacke weiter aus.
Nach ein paar Wochen lief Filou dann 3 - beinig und entlastete nur noch das rechte Hinterbein. Die rechte Vorderpfote konnte er dank langsamer Heilung und verband endlich wieder benutzen. Aber das Leben spielte nicht fair, gerade als Filou nach ein paar Monaten wieder auf 4 Pfoten laufen konnte, brach im eine der Krallen an der rechten Vorderpfote, so dass diese Kralle an der ohnehin schon lädierten Pfote, mit Wurzel entfernt werden musste. Gerade als die OP-Wunde nach 1 Monat soweit verheilt war, stellte Herrchen plötzlich fest, dass sich Filou direkt daneben eine weiter Kralle sehr tief abgebrochen hatte. Das hieß wieder sofort zum Tierarzt und erneut musste eine Kralle mit Wurzel wegoperiert werden. 
Das Pech schien Filou zu verfolgen, dann im Winter 2020 riss er sich dann die dritte Kralle an einer Eisscholle ab. Und wieder eine Kralle weniger, denn auch die musste mit Wurzel wegoperiert werden. Filou kämpfte aber weiter und Herrchen tat alles, was er konnte und wusste, damit es auch klappt.  Doch leider nutzte sich die letzte Kralle sehr flach ab, so dass die Gefahr bestand, dass die Blutbahn in der Kralle frei gelegt wird. Somit musste Filou auch die letzte Kralle an der ohnehin schon lädierten rechten Vorderpfote wegoperiert bekommen.

DER PECHTEUFEL HÖRTE ABER NICHT AUF !!!

Denn die Wunde am rechten Pfotengelenk öffnete sich wieder und war entzündet. Also wieder zum Arzt, wieder Antibiotika, wieder Kompettverband. Doch diesmal half es nichts, es waren multiresistente Keime.